Ein Defi für die Turmbesteigung des Domes

Der plötzliche Herztod ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen. Ein Defibrillator (Defi) kann in vielen dieser Fälle Leben retten. Aus diesem Grund sollten solche Geräte auch öffentlich verfügbar sind. Der Verein der Freunde und Förderer des Herzzentrums übergibt am 9.12.2015 einen solchen Defibrillator für den Kölner Dom. Angebracht wird er im Südturm des Kölner Domes, am Aufstieg zur Besucherplattform (70 m-Ebene).

Für viele gehört die Besteigung des Domes zum Höhepunkt ihres Köln Besuchs. Gleichwohl ist der Aufstieg gerade für ältere und unsportliche Touristen auch ein körperliches Wagnis. „Da überschätzt sich so mancher“, so Prof. Dr. Hannes Reuter, Oberarzt am Herzzentrum der Uniklinik Köln. „Bei solch ungewohnter Anstrengung ist ein Herzinfarkt viel wahrscheinlicher. Dementsprechend ist es gut, dass ab jetzt hier ein Defibrillator hängt“, so Prof. Reuter. 

„Es gibt noch einen weiteren Grund dafür, dass der Defi hier sinnvoll platziert ist: der Rettungsdienst braucht natürlich länger bis er vor Ort ist. Und jede ungenutzt verflossene Minute schmälert die Überlebenschance“, so Prof. Reuter. Droht ein plötzlicher Herztod, ist schnelles Eingreifen erforderlich. Bei Herzkammerflimmern bedeutet das: eine frühestmögliche Defibrillation parallel zu einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Bei der Defibrillation verabreicht man den Betroffenen mit einem Elektroschockgerät (dem Defibrillator, kurz: Defi) über Elektroden an der Brust einen Strom- beziehungsweise Spannungsimpuls. Dieser soll den plötzlichen Herztod verhindern, indem er die elektrische Aktivität des Herzens neu ausrichtet und es so dazu bringt, wieder normal zu schlagen. Mittlerweile sind solche Geräte so konstruiert, dass sie auch von Laien bedient werden können.

Im Kölner Stadtgebiet werden pro Jahr durchschnittlich 1.500 - 2.000 Personen ohne Puls aufgefunden. Zehn bis fünfzehn Prozent dieser Fälle ereignen sich im öffentlichen Raum – also auf Straße, an Verkehrsknotenpunkten oder auf öffentlichen Plätzen. Diese Betroffenen profitieren dementsprechend direkt von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren.

  Christoph Wanko, Uniklinik Köln

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