Die Zeittafel

Bürger ersuchen Genehmigung beim preußischen König

1840

3. September 1840:
"Immediat-Eingabe mehrerer kölnischer Bürger an des Königs Majestät, die Ermächtigung zur Konstituierung eines Dombauvereins betreffend." - Unter diesem Titel richteten 200 angesehene Kölner Bürger ein eigenhändig unterzeichnetes Schreiben an den preußischen König Friedrich Wilhelm IV., in dem um die Genehmigung der Gründung des Dombauvereins nachgesucht wird. Nach vielen vergeblichen Versuchen ist dies der erste Schritt auf dem Weg, der schließlich zur Gründung des Zentral-Dombau-Vereins führen wird.

30. November:
König Friedrich Wilhelm IV. genehmigt durch Kabinettsorder die Konstituierung des Dombauvereins. Zugleich sichert er zu, dass der jährliche Zuschuss von 10.000 Talern auch weiterhin gewährt wird.

1841

8. Januar:
22 Unterzeichner der Denkschrift vom 3. September 1840 versammeln sich im Rathaus und beschließen, eine Versammlung aller Dombaufreunde einzuberufen und diese einen Ausschuss zur Gründung des Dombauvereins wählen zu lassen.

23. Januar:
Im Rathaus versammeln sich 132 Dombaufreunde und wählen einen "vorbereitenden Ausschuss" von 36 Mitgliedern, der ein Vereinsstatut aufstellt und bis zur Wahl eines Vorstandes die Interessen der Versammlung vertreten soll.

30. Januar:
Der "vorbereitende Ausschuss" wählt aus seiner Mitte eine Kommission von fünf Mitgliedern, die das Vereinsstatut ausarbeiten soll. Außer dem Vorsitzenden, Dr. Eberhard von Groote, gehören dieser Kommission an: Oberbürgermeister Johann Adolph Steinberger, Heinrich von Wittgenstein, Ludolf Camphausen und Rolshausen.

13. April:
Die Generalversammlung der Dombaufreunde stimmt nach einigen Änderungen dem vorgelegten Vereinsstatut zu.

29. April:
In der "Kölnischen Zeitung" erscheint erstmalig das "Dombau-Werkgesellenlied" von Busso von Hagen. Es wurde das bekannteste Dombaulied und ist auch heute noch zuweilen zu hören.

15. August:
Der "vorbereitende Ausschuss" nimmt den Bericht der kleinen Kommission entgegen und gibt seine Zustimmung zu dem vorgelegten Entwurf des Vereinsstatuts.

8. September:
Das Statut des Dombauvereins wird durch Kabinettsorder von Friedrich Wilhelm IV. genehmigt. Zugleich übernimmt der König das ihm angetragene Protektorat über den Verein. Alle späteren preußischen Könige und Kaiser sind Protektoren des Zentral-Dombau-Vereins gewesen.

8. Oktober:
Das Schiff mit Steinen für den Weiterbau, ein Geschenk des Stuttgarter Dom-Vereins trifft in Köln ein. Aus diesem Anlass findet auf einem Kölner Dampfschiff ein Festmahl der Dombaufreunde statt.

1842 - Die Gründung des ZDV

15. Januar:
Sitzung des provisorischen Ausschusses des Zentral-Dombau-Vereins. Es wird beschlossen, Listen auszulegen, in die sich die Dombaufreunde eintragen können. Die bis zum 9. Februar eingetragenen Namen werden abgedruckt, um als Liste der Wählbaren zu dienen.

14. Februar:
Gründungstag des Zentral-Dombau-Vereins. Erste Generalversammlung und zugleich Wahlversammlung im Gürzenich. Im Saal befanden sich über 3000 Dombaufreunde. Während des Wahlganges, bei dem 3327 Stimmen abgegeben wurden, dauerte die Einschreibung in die Mitgliedslisten fort. Wählbar war jedes Mitglied. Die meisten Stimmen erhielten Heinrich von Wittgenstein, Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim, Rechtsanwalt Friedrich Blömer, Farina, DeNoel, Essingh, Mülhens, Ludolf Camphausen und Josef Rolshausen.

16. März:
Dritte Sitzung des Dombau-Vereinsvorstandes. Der Vorstand wählt von Wittgenstein zum Präsidenten. Der Verleger und Buchhändler M. DuMont-Schauberg lässt dem Vorstand durch Herrn von Wittgenstein mitteilen, dass er bereit sei, kostenlos ein Vereinsblatt für den Zentral-Dombau-Verein zu drucken und seiner "Kölnischen Zeitung" beizulegen

31. März:
In der Sitzung des Vereinsvorstandes wird die Herausgabe des Domblattes beschlossen. Sulpiz Boisserée und Franz Liszt werden zu Ehrenmitgliedern des Dombau-Verein-Vorstandes ernannt.

10. April:
Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim regt an, alle 500 Waisenkinder von Köln als Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins aufzunehmen und erklärt sich bereit, den Mitgliedsbeitrag von einem Taler für jedes Kind selbst zu bezahlen.

3. Juli:
Die erste Nummer des "Kölner Domblattes" erscheint. Das Blatt erschien jeden Sonntag als Gratiszugabe der "Kölnischen Zeitung" im Verlag DuMont-Schauberg, konnte aber auch im Einzelabonnement bezogen werden. Seit 1845 kam es nur noch einmal im Monat heraus.

Rechtzeitig zum Dombaufest ist die Restaurierung des inneren Chores des Domes abgeschlossen.

Fest der Grundsteinlegung 1842

4. September:
Erstes Dombaufest - Grundsteinlegung zum Weiterbau. Die Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins versammeln sich auf dem Neumarkt und ziehen mit Musikbegleitung zum Dom. Es ist ein feierliches Hochamt, an dem auch König Friedrich Wilhelm IV. teilnimmt. Anschließend zieht man zur Feier der Grundsteinlegung zur Fassade des südlichen Querhauses. Der König hält eine denkwürdige, oft zitierte Rede, die er mit drei Hammerschlägen auf den Grundstein beendet. Zum Abschluss wird der erste Stein zum Fortbau des Domes mit Hilfe des alten Kranes hochgezogen und versetzt.

31. September:
Beim Dombau sind jetzt 188 Arbeiter beschäftigt, davon allein 100 Steinmetzgesellen. Die Baukosten betrugen im Gründungsjahr 76.059 Taler.

Die Dombauhütte beschäftigt bis zu 400 Mitarbeiter

1843


11. Mai:
18. Sitzung des Vorstandes. Die Versammlung wählt Heinrich von Wittgenstein erneut zum Präsidenten. Dieser erklärt, die Wahl wegen Arbeitsüberlastung nicht annehmen zu können. Daraufhin wird in einem neuen Wahlgang Oberregierungsrat Josef Rolshausen zum Präsidenten gewählt.

31. Dezember:
Am Dombau sind 330 Arbeiter beschäftigt. Die Einnahmen des Vereins betragen insgesamt 79.303 Taler.

1844

April:
Die Arbeiten am südlichen Querhaus geraten in Verzug, weil das nötige Steinmaterial nicht zu beschaffen ist. Auf einzelne Steine muss einige Monate gewartet werden.

Juni:
Der Aufbau des nördlichen Portales der Westfassade wird begonnen.

4. September:
Erinnerungsfeier des Zentral-Dombau-Vereins an die Grundsteinlegung vom 4. September 1842 mit folgendem Programm: Besichtigung des Dombaues, Festversammlung in Deutz, Feuerwerk auf dem Rhein und Festball.

31. Dezember:
1844 wurden 115.000 Taler für den Dombau ausgegeben; die meiste Zeit des Jahres waren etwa 400 Arbeiter beschäftigt. Die Einnahmen des Zentral-Dombau-Vereins betrugen 35.363 Taler, der Beitrag zum Dombau 30.000 Taler. Die Arkaden des südlichen Querschiffes und der Langhaus-Südseite sind bis zur Triforiumssohlbank aufgebaut, alle Seitenschiffgewölbe des südlichen Lang- und Querhauses geschlossen.

1845

14. April:
Sulpiz Boisserée legt unter dem Titel "Vorschlag, die heiligen Bildwerke zum Dom von Köln betreffend" ein ikonographisches Programm für die neun Portale und die Pfeilerfiguren im Inneren des Domes vor.

August:
Eduard Jakob von Steinles Fresken in den Arkadenwinkeln des Hochchores sind fertiggestellt.

13. August:
Königin Victoria von England besucht, geleitet von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, den Dom.

Juni:
Die Gewölbe der nördlichen Seitenschiffe sind geschlossen.

1846

31. Dezember:
Das Triforium des Langhauses ist vollendet. Von den 24 neu zu bauenden Seitenschiffgewölben sind 18 geschlossen. Für den Dombau wurden in diesem Jahre 160.555 Taler ausgegeben, davon 86.504 aus Vereinsmitteln. Die Einnahmen des Zentral-Dombau-Vereins waren jedoch 1846 auf 24.555 Taler zurückgegangen. Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner hatte in seinem Verwendungsplan für 1847 jedoch mit 60.500 Taler aus der Vereinskasse gerechnet. Hier zeichnete sich schon eine bedeutende Finanzierungslücke ab, die zwei Jahre später, im November 1848, zur endgültigen Erschöpfung des Dombaufonds führte.

1847

23. September:
König Friedrich Wilhelm IV. besucht den Dom und besichtigt die Baustelle. Im Mittelschiff werden gerade die Arbeiten zur Herstellung der Interimsdecke begonnen. Anschließend besucht der König die Dombauhütte.

Die Mittel sind erschöpft - es droht die Stilllegung

1848

15. August:
Dombaufest - 600-Jahr-Feier der Grundsteinlegung. Feierliche Einweihung der Westteile des Domes in Anwesenheit von König Friedrich Wilhelm IV. und des Reichverwesers Erzherzog Johann von Österreich. Alle Seitenschiffgewölbe sind geschlossen, das Mittelschiff durch eine provisorische Decke über dem Triforium abgedeckt.

25. September:
Ferdinand Joseph Esser wird zum Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins gewählt. Er hat dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahre 1871 inne.

3.Oktober:
Die Mittel für den Dombau sind erschöpft. Namentlich durch den Bau der Interimsdecke über dem Triforium war mehr Geld als vorgesehen ausgegeben worden. Dombaumeister Zwirner bereitet die Stilllegung des Baus für den 1. November vor.
20. November 1848. Der König bewilligt aus Staatsmittelneinen außerordentlichen Zuschuss zum Dombau von 12.000 Talern.

31. Dezember:
Die Einnahmen des Zentral-Dombau-Vereins für 1848 betrugen 26.144 Taler; für den Dombau stellte der Verein 30.000 Taler zur Verfügung, während Zwirner mit etwa 60.000 Talern gerechnet hatte. Am Dom wird daher, da die Vereinskasse erschöpft ist, nur noch auf königliche Rechnung, und zwar am südlichen Querhaus, gearbeitet.

1849

28. Februar:
Der Zentral-Dombau-Verein veranstaltet eine Verlosung von Kunst- und anderen Gegenständen, die dem Verein als Beiträge zum Dombau geschenkt wurden. Der Erlös aus dem Verkauf der Lose betrug 1.934 Taler.

31. Dezember:
Die einzige neue Einnahmequelle, die nennenswerte Erträge brachte, war die Kollekte, die der Verein nach den Gottesdiensten vor den Türen des Domes abhielt.

Die Finanzspritze für den Weiterbau - Die Dombau-Lotterie

1850

14. Mai:
Wahlversammlung des Zentral-Dombau-Vereins. An diesem Tag werden die Arbeiten am Nordportal der Westfassade, die 1847 wegen Geldmangels eingestellt worden waren, wieder aufgenommen.
Das Vereinsgedenkzeichen dieses Jahres zeigt den Dom im Bauzustand von 1851. Die Auflage betrug 10.000 Exemplare.

1851

28. Dezember:
Der Vereinsvorstand erhält von Professor Walter in Bonn den Vorschlag, eine Dombau-Lotterie ins Leben zu rufen.

1852

28. Januar:
Professor Walter erläutert vor dem Vereinsvorstand seinen Vorschlag, eine großangelegte Geldlotterie für den Dombau zu veranstalten und weist auf die günstigen Ergebnisse solcher Unternehmen in Frankreich hin. Der Vereinssekretär tritt diesem Vorschlag entgegen, da der sich nicht mit der Würde des Domes vereinbaren lasse, da "unedle Motive" zur Spende verleiten würden. Der Vorschlag wird nicht ganz zurückgewiesen, sondern nur verschoben, da man glaubt, dass nun die Mittel ohnehin wieder reichlich fließen würden.

Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, der auf die "Gefahren der Zukunft" hinweist, gehört zu den Befürwortern der Lotterie. Wahrscheinlich dachte er damals schon daran, dass die Türme wohl kaum mit den jetzt jährlich zur Verfügung stehenden Mitteln errichtet werden könnten.

2. Februar:
Nach einer bewegten Debatte, in der unter anderem ein Brief vom Jurist August Reichensperger verlesen wird, der sich ebenfalls gegen eine Lotterie ausspricht, lehnt der Vorstand des Zentral-Dombau-Vereins den Vorschlag von Professor Walter mit 23 gegen 10 Stimmen ab.

22. Mai:
In der Kölnischen Zeitung erscheint die Ankündigung des Foucaultschen Pendelversuches, der wenige Tage später im Hohen Chor des Domes mit Genehmigung des Kapitels und des Erzbischofs und in Anwesenheit des Kronprinzen Wilhelm von Preußen stattfand. Veranstalter war Dr. August Gahrte, der 1860 den Kölner Zoo gründete. Der eindrucksvolle Versuch, der acht Monate zuvor erstmals durch Leon Foucault im Pantheon in Paris durchgeführt worden war, sollte die Erddrehung nachweisen.

25. Juni:
Dombaufest - König Friedrich Wilhelm IV. fügt den Schlussstein in den vordersten Bogen des Hauptportales der Westfassade ein.

1854

2. Mai:
Sulpiz Boisserée, Geheimer Hofrat, erster und wirkungsvollster Förderer des Dombaues, verstirbt in Bonn.

3. April:
Baumeister Richard Voigtel tritt seinen Dienst beim Dombau an.

Der Original-Dachstuhl heute

1855

4. April:
Durch Kabinettsorder wird die Ausführung des Dachreiters in Metall genehmigt.

Mai:
Auf der Weltausstellung in Paris werden verschiedene zufällig aus den Vorräten für den nördlichen Dachgiebel ausgewählte Werkstücke der Kölner Dombauhütte gezeigt und bilden einen schönen Schmuck des Hauptschiffes im Industrie-Palast.
Die Dombauhütte wird mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet.

3. Oktober:
Dombaufest - Es ist der letzte Aufenthalt Friedrich Wilhelms IV. in Köln. Am Vormittag wurde der Grundstein zur ersten festen Rheinbrücke gelegt, die nach dem Wunsch des Königs den Strom genau in der Achse des Domes überqueren sollte. Danach Feier der Vollendung der südlichen Querhausfassade auf dem Domhof. Ein künstlicher Adler trägt die Urkundenkapsel in 15 Sekunden auf die Spitze der obersten Kreuzblume.

6. Dezember:
Auch die ganz aus Mitteln des Zentral-Dombau-Vereins errichtete Fassade des nördlichen Querhauses wird durch das Aufsetzen der obersten Kreuzblume vollendet. Die Spitze dieses Giebels wurde am 29. Juni 1943 durch eine Fliegerbombe zerstört.

1857

Das Vereinsgedenkzeichen dieses Jahres zeigt eine Ansicht des Domes im Zustand von 1824. Zwirner wählte die gleiche Perspektive wie bei den vorangegangenen Gedenkblättern, um den Fortschritt des Dombaues deutlich zu machen.

14. August:
Die Dombaufreunde feiern das 25-jährige Jubiläum der Tätigkeit Zwirners am Dom.

3. Oktober:
Die Rheinbrücke wird eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit besichtigt Prinzregent Wilhelm (später Kaiser) die Dombaustelle.



20 Jahre Dombauverein - Vollendung des Innenraumes

Unvollendeter Dom 1863

1860

April:
Der Aufbau des eisernen Dachstuhles beginnt. Einschließlich des Dachreiters war diese Konstruktion, deren technische Durchbildung der spätere Dombaumeister Karl Eduard Richard Voigtel besorgt hatte, am 15. Oktober fertiggestellt.

15. Oktober:
Am Geburtstag des schwerkranken Königs Friedrich Wilhelm IV. setzt Dombaumeister Zwirner den goldenen Morgenstern auf die Spitze des 109 Meter hohen Dachreiters.

1861

2. Januar:
König Friedrich Wilhelm IV., erster Protektor des Zentral-Dombau-Vereins, verstirbt. Zum ersten Mal erscheint das Domblatt mit einem schwarzen Trauerrand.

22. Dezember:
Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner verstirbt. Bestürzung und Trauer der Dombaufreunde sind groß. Wieder erscheint ein Domblatt mit schwarz umrandeter Titelseite, eine Ehrung, die außer König Friedrich Wilhelm IV. und Zwirner bis dato niemand mehr erhalten hat.

1863

15. Juli:
Der Abbau der Trennungsmauer zwischen Chor und Langhaus, die nach Fertigstellung des Chores um 1300 errichtet worden war, beginnt.

12. September:
Der letzte Stein wird über dem Fußboden der Kirche weggenommen.

22. September:
Das letzte Stück des Zwischendaches von 1848, die Überdeckung der Vierung, wird abgenommen. Der Innenraum des Domes ist frei!

13. Oktober:
König Wilhelm von Preußen besucht den Dom und legt eine Urkunde über die Vollendung des Domes im Schlussring des Vierungsgewölbes nieder.

16. Oktober:
Wahlversammlung des Zentral-Dombau-Vereins auf dem Rathausplatz. Mit Stolz blickte der Dombauverein auf die Leistungen der vergangenen 21 Jahre zurück. Das erste Ziel, die Vollendung des Innenraumes des Domes, ist erreicht. Die nördliche Hälfte des Domes war vollständig aus Vereinsmitteln gebaut worden.

1864

14. Juni:
Auf der 278. Sitzung des Vorstandes des Zentral-Dombau-Vereins gibt der Präsident die Genehmigung der Lotterie bekannt. Der Verein betrachtet die Lotterie als Zusatzeinnahme.

1865

4. September:
erste Ziehung der Dombau-Lotterie. Der Hauptgewinn in Höhe von 100.000 Taler fällt auf die Los-Nr. 328 158. Es wurden 320.000 Lose abgesetzt. Der Reinertrag beläuft sich auf 177.000 Taler.

31. Dezember:
Die Einnahmen des Vereins betrugen in diesem Jahr einschließlich mehrerer Raten aus der ersten Lotterie 108.617 Taler. Für den Dombau werden 89.000 Taler aufgebracht.

Der Bau der Türme beginnt

1868

29. Februar:
Der Abbruch des alten Kranes auf dem Südturm beginnt. Das Dach des Domes ruhte auf dem Glockenstuhl, der die südliche Hälfte des ersten Obergeschosses ausfüllte und erst 1872 abgebaut wurde.

April:
Die Domterrasse an der Trankgasse ist fertiggestellt.

Mai:
Das von der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft gestiftete Fenster im südlichen Querschiff wird eingesetzt.

1869

Das Vereinsgedenkblatt dieses Jahres zeigt den Dom vom Nordwesten. Das Blatt ist der letzte Stahlstich in einer namhaften Reihe der Vereinsgedenkzeichen.

29. März:
Heinrich von Wittgenstein, Regierungspräsident a. D., erster Präsident des Zentral-Dombau-Vereins, verstirbt im Alter von 72 Jahren.

31. Dezember:
Beim Dombau sind jetzt fast 500 Arbeiter beschäftigt. Die Bausumme betrug in diesem Jahr 244.000 Taler, die zu 80 Prozent vom Zentral-Dombau-Verein aufgebracht wurde.

1870

19. Juli bis 26. Februar:
Durch den deutsch-französischen Krieg tritt eine empfindliche Störung des Baubetriebes ein. Wegen der Einberufung zahlreicher Werkleute und aller Beamten, der Konfiszierung von 9.000 Steinen sowie des Ausfalls der Eisenbahntransporte konnten die Türme innerhalb eines ganzen Jahres nur um drei Meter erhöht werden.

10. Dezember:
Der Zentral-Dombau-Verein erbittet vom König die Überlassung einer Anzahl erbeuteter Kanonen zum Guss einer großen Glocke. Um das vorhandene Domgeläut wirkungsvoll zu ergänzen, bedurfte es einer übergroßen Glocke mit dem Ton C. Das Gewicht einer solchen Glocke war auf 25 bis 27 Tonnen errechnet worden.

1871

24. Juli: Dr. Johann Baptist Haass, die Zweitwahl, nachdem Reichensperger ablehnt, wird zum neuen Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins gewählt.

Die Kaiserglocke für den Kölner Dom

1872

1872:
Das Vereinsgedenkzeichen wird erstmals als Foto-Lithographie herausgegeben.

21. März:
Kaiser Wilhelm I. bewilligt fünfhundert Zentner Geschützbronze von 22 französischen Kanonen, die während des Krieges 1870/71 erbeutet worden waren, zum Guss einer großen Glocke für den Kölner Dom. Die Kanonen wurden am 11. Mai vor dem Dom aufgestellt.

1873

19. August:
Der erste Guss der Kaiserglocke misslingt. Ein Neuguss soll noch im selben Jahr stattfinden.

13. November:
Zweiter Guss der Kaiserglocke.

1874-75

5. Februar:
Eine Kommission soll die Glocke prüfen. Der Guss befriedigt nicht, ein Neuguss wird vereinbart.

3. Oktober:
Dritter und letzter Guss der Kaiserglocke durch den Glockengießer Andreas Hamm in Frankenthal.

31. Mai:
Dr. Haass wird nach einer Kampfabstimmung durch den ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Alexander F. W. Bachem ersetzt.

31. Dezember:
Gegen Ende des Jahres waren in der Dombauhütte 550 Arbeiter beschäftigt. Zusammen mit den 150 Arbeitern privater Firmen, die Werksteine für den Dom herstellten, waren damit 700 Personen für den Dombau tätig.

1876

21. Februar:
Eine Sachverständigenkommission gibt ein Gutachten über die Kaiserglocke ab. Die Reinheit des Tones ist nicht ganz erreicht. Der Versuch, die Glocke zu läuten, misslingt dreimal. Trotzdem soll versucht werden, die Mängel nicht durch nochmaligen Umguss, sondern durch Änderung des Klöppels und der Aufhängung zu beseitigen.

3. November:
Das Metropolitankapitel teilt dem Dombaumeister das neue Figurenprogramm "für die Hohlkehlen des nördlichen Hauptportals" mit, da die früher beschlossene Darstellung der 24 Ältesten überholt sei, denn es seien "nicht 30, sondern 58 Figuren erforderlich".

28. November:
In Gegenwart des Vorstandes des Zentral-Dombau-Vereins wird ein Probeläuten der Kaiserglocke mit dem neuen Klöppel veranstaltet. Der Dombaumeister Karl E. R. Voigtel gibt ein technisches Gutachten ab, gemäß dem die Glocke abgenommen werden kann.

4. Dezember:
Es wird vor den musikalischen Sachverständigen ein weiteres Probeläuten durchgeführt. Auch diese Herren kommen zu einem günstigen, wenn auch nicht durchweg positiven Gutachten. Man hofft auf Verbesserung des Planes, wenn die Glocke erst einmal im Turme hänge. Der Vorstand des Vereins beschließt die Abnahme der Glocke.

1878-79

27. Juni:
Nach dem Tod des ehemaligen Oberbürgermeisters und Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins Bachem wird nun der Kaufmann und Konsul des spanischen Königs Oswald Schmitz Präsident des Zentral-Dombau-Vereins.

7. August:
Die Kaiserglocke wird auf den Südturm hinaufgezogen. Die Erwartung, die Glocke würde an dem ihr bestimmte Platz im Glockenstuhl ihren Klang voll entfalten, erfüllt sich nicht. Erst dreißig Jahre später gelingt es - nach vielen vergeblichen Versuchen - wenigstens einen technisch einwandfreien Anschlag zu erzielen.

26. September:
Kaiser Wilhelm I. und die Kaiserin sind zur Enthüllung des Denkmals für König Friedrich Wilhelm IV. in Köln. Beim Einzug des Kaiserpaares läuten zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder die Domglocken, nun erweitert durch die am 7. August aufgezogene Kaiserglocke.

26. August:
Die Dombauverwaltung schreibt einen Wettbewerb für die Reliefs der Bronzeportale des Westeingangs aus.

1880 - Das Jahr der Fertigstellung

15.10.1880 Ankunft von Kaiser Wilhelm I.

19. Juni:
Der letzte Balken zu den Gerüsten der Türme wird hochgezogen. Es sind die höchsten bis dahin ausgeführten Holzgerüste überhaupt.

23. Juli:
Der Nordturm des Domes ist um 18 Uhr vollendet. Zu diesem Zeitpunkt ist er das höchste Bauwerk der Erde.

9. August:
Der Dom kann zum ersten Mal durch das Hauptportal betreten werden.

14. August:
Der Südturm ist bis auf den Schlussstein der Kreuzblume fertiggestellt. Der Zentral-Dombau-Verein hatte den 15. August, den Tag der Grundsteinlegung von 1248, als Vollendungstag des Domes angestrebt. Seit dem 26. Februar 1880 liefen die Vorbereitungen für das Fest der Dombauvollendung genau auf diesen Jahrestag hinaus. Der Schlussstein war aber an diesem 14. August um 9.53 Uhr nur vorläufig an Ort und Stelle gebracht, aber noch nicht versetzt, d. h. vergossen worden. Es sollte nämlich noch eine Urkunde in den Knopf der Kreuzblume eingefügt werden. Diese Handlung war der offiziellen Vollendungsfeier vorbehalten.

25. August:
Durch Kabinettsorder legt der Kaiser, der den möglichen Fertigstellungstermin vom 15. August hatte verstreichen lassen, das Fest der Domvollendung auf den 15. Oktober, den Geburtstag seines Bruders Friedrich Wilhelm IV., fest. Das Metropolitankapitel erhält eine "Aufforderung, an diesem Tag ein Te Deum abzuhalten... (u.) die Domglocken läuten zu lassen...".

4. September:
Konferenz zwischen Vertretern der Stadt Köln, der Regierung und des Zentral-Dombau-Vereins das Dombaufest betreffend. Ein Festprogramm wird ausgearbeitet und dem Kaiser zur Genehmigung eingereicht. Das Domkapitel wird nicht zur Mitarbeit herangezogen.

14. September:
Das Metropolitankapitel, das das Festprogramm erst aus der Zeitung erfahren hatte, beanstandet in einem Brief an den Präsidenten, dass es das Programm nicht mitgestalten konnte. Es bittet, das Programm so zu ändern, dass der Dankgottesdienst (Te Deum) nach der weltlichen Feier stattfindet. In der vorliegenden Form sei "das Projekt unannehmbar".

21. September:
Da seine Wünsche nach einer Änderung des Festprogramms abschlägig beschieden wurden, erklärt sich das Metropolitankapitel außerstande, an irgendeiner Festlichkeit außerhalb des Domes teilzunehmen. Auch der Einblick in den Text der zur Domvollendung zu unterzeichnenden Urkunde war dem Kapitel verwehrt worden. Es beschloss deshalb, diese Urkunde nicht zu unterzeichnen.

15. Oktober:
Dombau-Vollendungsfest. Es findet statt in Anwesenheit des deutschen Kaisers Wilhelm I. und fast aller deutschen Fürsten sowie der Oberhäupter der freien Reichsstädte. Bei diesen glanzvollsten aller Dombaufeste fehlt zum Schmerz aller katholischen Dombaufreunde der Erzbischof, der seit seiner Flucht sein Erzbistum nicht mehr betreten hatte. Auch das von den staatlichen Stellen brüskierte Metropolitankapitel nimmt an den äußeren Feierlichkeiten nicht teil. Das Fest war ganz auf die Person des Kaisers ausgerichtet.

1881

18. April:
Papst Leo XIII. antwortet auf eine Adresse des Dombauvereins vom 21. März 1881 aus Anlass der Vollendung des Domes und spricht seinen Dank für die ihm übersandten Geschenke, unter anderem die Dombau-Vollendungsmedaille in Gold, aus. - Die beiden anderen Goldmedaillen erhalten Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta.


1889

September:
Die erste von Professor Hugo Schneider aus Kassel entworfene Bronzetür wird in das Nordportal der Westfassade eingefügt. Die Tür ist 1,84 m x 5,40 m, also zehn Quadratmeter groß. Insgesamt sind zwölf derartige Öffnungen am Dom mit Bronzeflügeln zu schließen.


1892

18. November:
Robert Esser, der Sohn des früheren Präsidenten Ferdinand Esser, wird nach dem Tode von Oswald Schmitz zum Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins gewählt.


1895

20. Mai:
August Reichensperger wird zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt.

16. Juni:
August Reichensperger verstirbt.

1898

Mai:
Mit der Fertigstellung des Mosaikbodens vor dem Hochaltar ist die Erneuerung des Domfußbodens abgeschlossen und das größte Ausstattungsstück des 19. Jahrhunderts vollendet. Mit den Vorarbeiten hatte die Herstellung des über 1300 Quadratmeter großen Mosaikbodens der Vierung, des Chores, und des Chorumgangs fast 15 Jahre gedauert.

Mosaik mit Konrad v. Hochstaden

Nun geht es um den Erhalt des Domes

1900 - 1920

Januar 1902:
Dombaumeister Voigtel sagt, dass in den nächsten 100 Jahren keine wesentliche Restaurierung am Dom nötig sei und die zukünftige bauliche Unterhaltung des Domes jährlich etwa 13.000 Mark betragen würde. Zur Dombauhütte gehören nur noch neun Werkleute.

1. September 1903:
Der Königliche Geheime Regierungs- und Oberbaurat Bernhard Hertel wird als Dombaumeister berufen.

16. Oktober 1903:
Dombaumeister Hertel legt in einem 28 Seiten umfassenden Gutachten den durch Witterung gefährdeten Zustand des Domchores dar.

20. Mai 1906:
Nach der Nachmittagsandacht fällt ein größerer Steinbrocken auf die gerade den Dom durch das Hauptportal verlassenden Seminaristen. Obwohl niemand verletzt wurde, alarmiert dieser Zustand die Öffentlichkeit, die bis dahin den Warnrufen des Dombaumeisters keine Beachtung geschenkt hatte.

1. August 1914:
Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Arbeiter der Dombauhütte werden einberufen. Bald müssen die Restaurierungsarbeiten am Chor eingestellt werden.

18. Mai und 21. August 1918:
Die ersten Bomben fallen auf Köln. Auf Beschluss des Metropolitankapitels werden die mittelalterlichen Fenster des Domes ausgebaut, um sie vor weiteren Fliegerangriffen zu schützen.

Juni 1918:
Die Kaiserglocke wird in dreimonatiger Arbeit im Turm zerlegt und zur Gewinnung von kriegswichtigem Material abgeliefert.

50 Jahre Domvollendung

Stich zur 50-Jahr-Feier der Domvollendung

1920 - 1930

5. Mai 1923:
Die Petersglocke - "Deutsche Glocke am Rhein" - wird gegossen.

24. November 1924.
Die Glocke trifft im Kölner Hafen ein.

28. Oktober 1925: Erstes feierliches Geläut. Die Petersglocke ist die schwerste schwingende Glocke der Welt und unter den schweren Glocken die harmonisch klangvollste. Der Schlag ist ein reines C.

15. April 1924:
Der preußische Innenminister genehmigt die erste wertbeständige Lotterie. Die Beschränkungen sind beachtlich: Lospreis nicht über zwei Mark, Vertrieb der Lose nur außerhalb der "Sperrfrist für Privatlotterien" und Begrenzung des Reingewinnes auf 200.000 Mark.

21. Dezember 1927:
Dombaumeister Hertel verstirbt.

8. Oktober 1928:
Regierungsbaurat Arnold Güldenpfennig wird zum Oberbaurat und gleichzeitig zum Dombaumeister ernannt.

19. Oktober 1930:
Festakt zur Feier der 50. Wiederkehr des Tages der Vollendung des Kölner Domes im Gürzenich, veranstaltet vom Zentral-Dombau-Verein.

700 Jahre Kölner Dom

Ab 1931

1. September 1939:
Ausbruch des 2. Weltkrieges.

31. Mai 1942:
Der Dom wird von vielen Brandbomben getroffen. Die Dombauhütte auf der Südseite des Domes brennt ab. Dabei geht auch das Banner des Zentral-Dombau-Vereins von 1842 verloren. Zwischen 1943 und 1945 wird der Dom mehrfach von Bomben und Granaten getroffen und beschädigt.

4. März 1945:
Diplomingenieur Willy Weyres wird zum Diözesanbaumeister berufen.

1. März 1947:
Willy Weyres wird zum Dombaumeister ernannt.

1948:
Nach 56 Jahren erscheint das "Kölner Domblatt" wieder. Im Untertitel nennt es sich "Jahrbuch des Zentral-Dombau-Vereins".

1948:
Aus Anlass der 700-Jahrfeier des Domes, wird die neue Orgel, die damals größte Orgel Deutschlands, eingeweiht.

23. Februar 1950:
Die Schatzkammer des Domes wird feierlich neu eröffnet.

6. Februar 1957:
Der Zentral-Dombau-Verein widmet die 12./13. Folge des "Kölner Domblattes" Erzbischof Kardinal Frings zum 70. Geburtstag.

Ab 1960

2. November 1965:
Der Verein zieht zum ersten Mal in seiner Geschichte in ein eigenes Haus. Es liegt in der Mohrenstraße und wurde von den Architekten Wilhelm und Rudolf Koep gebaut.

Juli 1966:
Zum 125-jährigen Jubiläum erscheint die 25. Folge des "Kölner Domblattes". Sie wird dem Sekretär des Vereins Dr. Joseph Hecking gewidmet.

 

Domblatt 1966 - 125 Jahre ZDV