Domblatt 2013

von Minna Nieminen

Jahrbuch des Zentral-Dombau-Vereins
328 Seiten, 139 Abbildungen, Paperback, fadengeheftet
ISBN 978-3-922442-83-7
27,80 €

 

Die 78. Folge des Kölner Domblattes, des wissenschaftlichen Jahrbuches des Zentral-Dombau-Vereins, ist erschienen. Wie gewöhnlich steht am Beginn des Domblattes der ausführliche Dombaubericht, erstmals verfasst vom neuen Dombaumeister Michael Hauck. Von den vielfältigen im vergangenen Berichtszeitraum geleisteten Arbeiten und Aufgaben der Dombauhütte sind in diesem Jahr besonders hervorzuheben: die Neuausrichtung der Dokumentations- und Archivierungskonzepte, der Aufbau der Steinrestaurierungswerkstatt, die Abnahme des Hängegerüstes am Nordturm, die Beschäftigung mit den durch die U-Bahn verursachten Erschütterungen sowie die vertragliche Abstimmung und das Beweissicherungsverfahren zur Neugestaltung der Domumgebung im Osten des Chores.

Dem Dombaubericht folgt der Bericht von Ulrich Back über die archäologischen Ausgrabungen im Bereich des Überganges vom südlichen Langhaus zum Querhaus. Die Grabung war zwischen Oktober 2011 und März 2012 im Rahmen des Ausbaues des Grabungsgeländes für den Besucherverkehr erfolgt.

Als Nachtrag zu dem im Domblatt 2012 veröffentlichten Kolloquiumsband »Die Chorpfeilerfiguren des Kölner Domes« beleuchtet Werner Jacobsen den »Kölner Apostelzyklus im Lichte seiner Vorläufer«. Er führt dabei den Kölner Skulpturenzyklus und seine wenig früheren französischen Vorbilder auf Reliquiensäulen zurück, wie sie zum Beispiel für die Hildesheimer Michaelskirche belegt sind.

Katharina Bornkessel gibt einen kurzen Einblick in ihre Forschungen zu den »Drôlerien in den Chorschrankenmalereien des Kölner Domes«. Sie zeigt die Vielfalt dieser im 13. und 14. Jahrhundert äußerst beliebten Kunstform, die sich – wie auch an den Chorschrankenmalereien − in Hintergründen und Randbereichen findet und ein breites Repertoire an oft satirischen figürlichen und szenischen Darstellungen von Menschen, Tieren, Mischwesen und Monstren entwickelt hat.

Elisabeth Margarete Comes ist es gelungen, nahezu alle auf dem Altar der Stadtpatrone dargestellten Pflanzen zu identifizieren. In einem ausführlichen Katalog stellt sie die Pflanzen, ihre mythische und legendäre Bedeutung sowie deren vermeintliche und tatsächliche Heilkraft dar. Ferner kann sie nachweisen, dass alle Pflanzen auf Stefan Lochners Altarbild zum selben Vegetationszeitpunkt gegen Ende des Marienmonats Mai dargestellt wurden.

Jacques de Caso und Michael Puls veröffentlichen erstmals zwei bisher unbekannte »Ansichten des unvollendeten Domes von Pierre Hawke«, die im Museum in Angers entdeckt wurden. Die zwei Aquarelle gehören zu einer kleinen Serie von Kathedralansichten des aus England stammenden Malers. Die Autoren stellen anschaulich die ungewöhnliche Biografie des Künstlers dar, sowie die zeitlichen und künstlerischen Hintergründe, in denen die Bilder entstanden sind.

Es folgen zwei kleine Beiträge von Ulrich Back und Rolf-Harald Wippich. Während Back die auffälligen Unterschiede der in der Ausstellung »Königinnen der Merowinger« gezeigten Grabausstattungen einer Analyse unterzieht, berichtet Wippich über den ersten Besuch einer japanischen Gesandtschaft im Kölner Dom im Sommer 1862. Es schließen sich die Berichte zur Tätigkeit des Zentral-Dombau-Vereins und zu weiteren Ereignissen rund um den Kölner Dom und die Dombauhütte an.

                                                                                                                                Matthias Deml, Dombauhütte

 

Dombaubericht 2013

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