Der Dombau-Krimi: Die Geschichte des Dombaus
632 Jahre Bauzeit – Generationen von Architekten, Bildhauern, Maurern und Handwerkern kamen und gingen, und man kann sich den General-Seufzer vorstellen, der sie alle über die lange Zeit hinweg einte: „Das Ding wird nie fertig werden!“ Es sah ganz danach aus. Denn 300 Jahre nach der Grundsteinlegung 1248 blieb der halbfertige Dom erstmal weitere 300 Jahre als Torso stehen.
Aber dann geschah ein kleines Wunder: In Paris fand sich eine Hälfte des mittelalterlichen Original-Domfassadenplans des Dombaumeisters Johannes wieder. Ein Zeichen des Himmels! Der französische Diplomat, Staatsmann und Schriftsteller deutscher Herkunft Karl Friedrich Reinhard, ein Freund des Kunstsammlers und Domliebhabers Sulpiz Boisserée, brachte das kostbare Dokument nach Frankfurt und schickte es kurz nach Weihnachten 1815 an den engagierten Verfechter der Domvollendung . Schon seit 1808 hatte Boisserée von der Vollendung des gotischen Prachtbaus geträumt. Fortan setzte er seine ganze Energie daran, Mitstreiter im damals noch nicht geeinten Deutschland zu finden und Kräfte zu bündeln. Und so fanden sich Dichter und Denker, Edelleute und Aristokraten, reiche Unternehmer und Großbürger zur hochwohlgeborenen Ursprungsfamilie des ZDV zusammen: Am 3. September 1840 baten Boisserée und weitere Kölner Bürger den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. hochoffiziell um die Erlaubnis zur Gründung eines Vereins zur Förderung des Dombaus in Köln. Dem König muss diese Idee gefallen haben: Er gab nicht nur sein Einverständnis, sondern auch pro Jahr 10.000 Taler dazu. Das waren nach heutiger Währung 1,5 Millionen Euro!
38 Jahre voller Mühen und Geduld und Zähigkeit später war es geschafft, „das Ding“ war tatsächlich doch noch fertiggeworden! Ende gut, alles gut?
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||