|
|
1870 - 1879
|
1870
19. Juli bis 26. Februar. Durch den deutsch-französischen Krieg tritt eine empfindliche Störung des Baubetriebes ein. Wegen der Einberufung zahlreicher Werkleute und aller Beamten, der Konfiszierung von 9.000 Steinen sowie des Ausfalls der Eisenbahntransporte konnten die Türme innerhalb eines ganzen Jahres nur um drei Meter erhöht werden. 10. Dezember 1870. Der Zentral-Dombau-Verein erbittet vom König die Überlassung einer Anzahl erbeuteter Kanonen zum Guss einer großen Glocke. Um das vorhandene Domgeläut wirkungsvoll zu ergänzen, bedurfte es einer übergroßen Glocke mit dem Ton C. Das Gewicht einer solchen Glocke war auf 25 bis 27 Tonnen errechnet worden. |
|
1871
24. Juli. Dr. Haass, die Zweitwahl, nachdem Reichensperger ablehnt, wird zum neuen Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins gewählt. 1872. Das Vereinsgedenkzeichen wird erstmals als Foto-Lithographie herausgegeben. |
|
1872
21. März. Kaiser Wilhelm I. bewilligt fünfhundert Zentner Geschützbronze von 22 französischen Kanonen, die während des Krieges 1870/71 erbeutet worden waren, zum Guss einer großen Glocke für den Kölner Dom. Die Kanonen wurden am 11. Mai vor dem Dom aufgestellt. |
|
1873
19. August. Der erste Guss der Kaiserglocke misslingt. Ein Neuguss soll noch im selben Jahr stattfinden.
13. November. Zweiter Guss der Kaiserglocke. 5. Februar 1874. Eine Kommission soll die Glocke prüfen. Der Guss befriedigt nicht, ein Neuguss wird vereinbart. |
|
1874-75
3. Oktober. Dritter und letzter Guss der Kaiserglocke durch den Glockengießer Andreas Hamm in Frankenthal.
31. Mai. Dr. Haass wird nach einer Kampfwahl durch den ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Bachem ersetzt.
31. Dezember. Gegen Ende des Jahres waren in der Dombauhütte 550 Arbeiter beschäftigt. Zusammen mit den 150 Arbeitern privater Firmen, die Werksteine für den Dom herstellten, waren damit 700 Menschen für den Dombau tätig. |
|
1876
21. Februar. Eine Sachverständigenkommission gibt ein Gutachten über die Kaiserglocke ab. Die Reinheit des Tones ist nicht ganz erreicht. Der Versuch, die Glocke zu läuten, misslingt dreimal. Trotzdem soll versucht werden, die Mängel nicht durch nochmaligen Umguss, sondern durch Änderung des Klöppels und der Aufhängung zu beseitigen.
3. November. Das Metropolitankapitel teilt dem Dombaumeister das neue Figurenprogramm "für die Hohlkehlen des nördlichen Hauptportals" mit, da die früher beschlossene Darstellung der 24 Ältesten überholt sei, denn es seien "nicht 30, sondern 58 Figuren erforderlich". |
|
November 1876
28. November. In Gegenwart des Vorstandes des Zentral-Dombau-Vereins wird ein Probeläuten der Kaiserglocke mit dem neuen Klöppel veranstaltet. Der Dombaumeister Voigtel gibt ein technisches Gutachten ab, nachdem die Glocke abgenommen werden kann.
4. Dezember. Es wird vor den musikalischen Sachverständigen ein weiteres Probeläuten veranstaltet. Auch diese Herren kommen zu einem günstigen, wenn auch nicht gerade begeisterten Gutachten. Man hofft auf Verbesserung des Planes, wenn die Glocke erst einmal im Turme hänge. Der Vorstand des Vereins beschließt die Abnahme der Glocke. |
|
1878-79
27. Juni. Nach dem Tod des ehemaligen Oberbürgermeisters und Präsidenten des Zentral-Dombau-Vereins Bachem wird nun der Kaufmann und Konsul des Spanischen Königs Oswald Schmitz Präsident des Zentral-Dombau-Vereins.
7. August. Die Kaiserglocke wird auf den Südturm hinaufgezogen. Die Erwartung, die Glocke würde an dem ihr bestimmten Platz im Glockenstuhl ihren Klang voll entfalten, erfüllt sich nicht. Erst dreißig Jahre später gelingt es nach vielen vergeblichen Versuchen wenigstens einen technisch einwandfreien Anschlag zu erzielen.
26. September. Kaiser Wilhelm I. und die Kaiserin sind zur Enthüllung des Denkmals König Friedrich Wilhelm IV. in Köln. Beim Einzug des Kaiserpaares läuten zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder die Domglocken, nun vermehrt durch die am 7. August aufgezogene Kaiserglocke.
26. August. Die Dombauverwaltung schreibt einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die Reliefs der Bronzeportale des Westeingangs aus. |
|
ZDV-Audio:
Domradio.de
Zentral-Dombau-
Verein - Sendung
zum Nachhören
(17.9.2009)

|