Datum: 07.09.2010
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1850 - 1859

 

1850

14. Mai: Wahlversammlung des Zentral-Dombau-Vereins. - An diesem Tage werden die Arbeiten am Nordportal der Westfassade, die 1847 wegen Geldmangels eingestellt worden waren, wieder aufgenommen.
Das Vereinsgedenkzeichen dieses Jahres zeigt den Dom im Bauzustand von 1851. Die Auflage betrug 10.000 Exemplare.

 

1851

28. Dezember: Der Vereinsvorstand erhält von Professor Walter in Bonn den Vorschlag, eine Dombau-Lotterie ins Leben zu rufen.

 

1852

28. Januar: Professor Walter erläutert vor dem Vereinsvorstand seinen Vorschlag, eine großangelegte Geldlotterie für den Dombau zu veranstalten und weist auf die günstigen Ergebnisse solcher Unternehmen in Frankreich hin. Der Vereinssekretär tritt diesem Vorschlag entgegen, da der sich nicht mit der Würde des Domes vereinbaren lasse, da "unedle Motive" zur Spende verleiten würden. Der Vorschlag wird nicht ganz zurückgewiesen, sondern nur verschoben, da man glaubt, das nun die Mittel ohnehin wieder reichlich fließen würden.
Zwirner, der auf die "Gefahren der Zukunft" hinweist, gehört zu den Befürwortern der Lotterie. Wahrscheinlich dachte er damals schon daran, dass die Türme wohl kaum mit den jetzt jährlich zur Verfügung stehenden Mitteln errichtet werden könnten.


2. Februar: Nach einer bewegten Debatte, in der unter anderem ein Brief von Reichensperger verlesen wird, der sich ebenfalls gegen eine Lotterie ausspricht, lehnt der Vorstand des Zentral-Dombau-Vereins den Vorschlag von Professor Walter mit 23 gegen 10 Stimmen ab.


22. Mai: In der Kölnischen Zeitung erscheint die Ankündigung des Foucaultschen Pendelversuches, der wenige Tage später im Hohen Chor des Domes mit Genehmigung des Kapitels und des Erzbischofs und in Anwesenheit des Kronprinzen Wilhelm von Preußen stattfand. Veranstalter war Dr. Gahrte, der 1860 den Kölner Zoo gründete. Der eindrucksvolle Versuch, der acht Monate zuvor erstmals durch Leon Foucault im Pantheon in Paris durchgeführt worden war, sollte die Erddrehung nachweisen.

25. Juni: Dombaufest - König Friedrich Wilhelm IV. fügt den Schlußstein in den vordersten Bogen des Hauptportales der Westfassade ein.

 

1854

2. Mai: Sulpiz Boisserèe, Geheimer Hofrat, erster und wirkungsvollster Förderer des Dombaues, verstirbt in Bonn.

3. April: Baumeister Richard Voigtel tritt seinen Dienst beim Dombau an.

 

1855

4. April: Durch Kabinettsorder wird die Ausführung des Dachreiters in Metall genehmigt.

Mai: Auf der Weltausstellung in Paris werden verschiedene zufällig aus den Vorräten für den nördlichen Dachgiebel ausgewählte Werkstücke der Kölner Dombauhütte gezeigt und bilden einen schönen Schmuck des Hauptschiffes im Industrie-Palast.
Die Dombauhütte wird mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet.


3. Oktober: Dombaufest - Es ist der letzte Aufenthalt Friedrich Wilhelms IV. in Köln. Am Vormittag wurde der Grundstein zur ersten festen Rheinbrücke gelegt, die nach dem Wunsche des Königs den Strom genau in der Achse des Domes überqueren sollte. Danach Feier der Vollendung der südlichen Querhausfassade auf dem Domhof. Ein künstlicher Adler trägt die Urkundenkapsel in 15 Sekunden auf die Spitze der obersten Kreuzblume.


6. Dezember 1855. Auch die ganz aus Mitteln des Zentral-Dombau-Vereins errichtete Fassade des nördlichen Querhauses wird durch das Aufsetzen der obersten Kreuzblume vollendet. Die Spitze dieses Giebels wurde am 29. Juni 1943 durch eine Fliegerbombe zerstört.

 

1857

Das Vereinsgedenkzeichen dieses Jahres zeigt einer Ansicht des Domes im Zustand von 1824. Zwirner wählte die gleiche Perspektive wie bei den vorangegangenen Gedenkblättern, um den Fortschritt des Dombaues deutlich zu machen.

14. August: Die Dombaufreunde feiern das 25-jährige Jubiläum der Tätigkeit Zwirners am Dom.

3. Oktober: Die Rheinbrücke wird eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit besichtigt Prinzregent Wilhelm (später Kaiser) die Dombaustelle.

 

 

 

 

 

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